Schnelltest auf Adenovirus-Infektion
Was wird untersucht?
Eine besondere Art von Viren (Adenoviren) löst eine besonders hochansteckende Entzündung von Binde- und Hornhaut der Augen aus. Der Name dieser Erkrankung (Keratokonjunktivitis epidemica) weist auf die äußerst hohe Infektiosität hin. Die Entzündung heilt zwar innerhalb von etwa 2 Wochen von selbst durch die körpereigene Abwehr, kann aber während dieser und für beträchtliche Zeit danach erhebliche Beschwerden verursachen und manchmal sogar Dauerfolgen mit Beeinträchtigung des Sehvermögens hinterlassen.
Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass diese Art der Infektion möglichst schon bei den allerersten Anzeichen, die noch ganz untypisch sind, richtig erkannt und von harmloseren Bindehautentzündungen unterschieden wird. Nur dann kann man die Infektionskette wirksam unterbrechen.
Wozu dient die Untersuchung?
Mit dem jüngst entwickelten Schnelltest auf Adenoviren kann ein Abstrich von der Bindehaut darauf untersucht werden, ob sich Adenoviren der ansteckenden Variante darin finden. Noch während des Augenarztbesuchs kann mit sehr hoher Treffsicherheit und Genauigkeit das Vorliegen einer solchen Infektion bestätigt oder ausgeschlossen werden. So können dann, wenn erforderlich, entsprechende Schutz- und Vorbeugungsmaßnahmen eingeleitet werden.
Für wen und wann empfiehlt sich die Untersuchung?
Die Untersuchung ist sinnvoll, wenn der Augenarzt aus Vorgeschichte und klinischem Befund einer Bindehautentzündung den Verdacht hat, dass es sich um eine Keratokonjunktivitis epidemica durch Adenoviren handeln könnte. Mit dem Nachweis von Adenoviren wird die Notwendigkeit umfangreicher Schutz- und Vorbeugungsmaßnahmen gegen Ansteckung anderer Personen begründet. Die Stärke des Schnelltests liegt darin, dass der Nachweis bereits in sehr frühen Stadien möglich ist und das Ergebnis sofort vorliegt.
Diese Untersuchung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Welche Alternative ist Kassenleistung?
In ihrer vollen Ausprägung (in fortgeschrittenen Stadien) ist die Erkrankung vom Augenarzt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Vorgeschichte und dem klinischen Bild zu diagnostizieren. Dann haben jedoch weitere Ansteckungen in aller Regel schon stattgefunden. Die für die Ansteckungsbegrenzung so wichtige Früherkennung ist anhand der Symptome und des klinischen Bildes alleine kaum möglich. Mit einem klassischen Bindehautabstrich kann man zwar ebenfalls Adenoviren nachweisen, jedoch mit einer deutlichen zeitlichen Verzögerung.