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Augenverletzung

Allgemeine Augenverletzung

Bei Augenschädigungen kann man zwischen mechanischen Einwirkungen, chemischen (z. B. feste, flüssige oder gasförmige Stoffe) und optischen Einwirkungen (z. B. Verblitzung beim Schweißen, UV-, Infrarot-, Laser-Strahlung) unterscheiden.
Der größte Teil der Augenverletzungen (71 %) wird durch mechanische Einwirkungen verursacht. Mechanische Einwirkungen können eine Augapfelprellung (durch Schläge oder Stöße), eine offene Augenverletzung (durch Stiche oder durchschlagende Fremdkörper) oder oberflächliche Fremdkörper zur Folge haben.
21 % der Augenverletzungen sind auf chemische Stoffe zurückzuführen.
Etwa die Hälfte aller Augenverletzungen entstehen beim Umgang mit Handwerkszeug, Geräten oder Hilfsmitteln. Die Gefährdungen, die bei solchen Tätigkeiten für das Auge bestehen, werden von den Beschäftigten oft unterschätzt. Daher kommt es immer wieder zu - meist vermeidbaren - Augenverletzungen. Deshalb ist das Tragen von Augenschutzmitteln notwendig und sinnvoll.

Augapfelprellung

Prellungen des Augapfels durch stumpfe Gewalteinwirkungen zählen zu häufig auftretenden Verletzungen des Auges. Dabei kommen verschiedene Ursachen in Frage: Faustschläge, Squashbälle, Tennisbälle, Golfbälle, Sektkorken, Steine (Grasmähen), Holzscheite (Holzhacken), Stürze auf die Augengegend, Kuhhornstöße auf dem Land oder ein Anrennen an stumpfe Gegenstände. Dabei kann es je nach Schweregrad der Gewalteinwirkung zu Verletzungen aller Strukturen im Auge kommen. Verschiedene Komplikationen können nach einer solchen Prellung auch erst nach Jahren auftreten, wie etwa eine Augeninnendruckerhöhung, eine Netzhautablösung oder eine Linseneintrübung, so dass nicht nur im Akutfall eine augenärztliche Untersuchung nötig ist, sondern auch regelmäßig über Jahre nach der Verletzung.

Fremdkörper

Oberflächliche Fremdkörper zählen zu häufig auftretenden Verletzungen des Auges. Beim Bearbeiten von Stein oder Metall können kleine Teile abspringen und mit hoher Geschwindigkeit auf die Hornhaut treffen. Diese Fremdkörper bleiben dann oft in der Hornhaut oder in der Lederhaut stecken und müssen unter dem Mikroskop entfernt werden. Die Fremdkörper können so klein sein, dass sie nur mit Lupe oder Mikroskop zu erkennen sind. Kleinere, durch Wind in das Auge getragene Sandkörner oder Insektenflügel können sich unter dem Lid verfangen und dann bei jedem Lidschlag über die Hornhaut kratzen und ein Fremdkörpergefühl verursachen. Durch Umklappen des Lides können solche Fremdkörper meistens leicht entfernt werden. Der Augenarzt kann Fremdkörper mit Hilfe des Mikroskopes leicht lokalisieren. In der Horn- oder Lederhaut steckende Fremdkörper können und mit feinsten Pinzetten entfernt werden. Im Anschluß daran wird meist eine antibiotische Augensalbe zur Verhütung einer Infektion ins Auge gegeben.

Offene, perforierende Verletzung des Auges

Augenverletzungen können in Verletzungen mit und ohne Eröffnung des Augapfels unterteilt werden. Die letzteren, welche auch perforierende Verletzungen genannt werden – sind die schwerwiegenderen und bedürfen in jedem Fall einer operativen Versorgung. Die häufigsten Ursachen sind Stichverletzungen oder Verletzungen durch Glas (etwa durch ein Brillenglas beim Sturz, durch eine explodierende Sprudelflasche oder bei einem Autounfall), sowie Hammer- und Meißelverletzungen. Besonders bei der letzteren Verletzungsart kann ein Fremdkörper im Auge stecken bleiben. Eine perforierende Verletzung muss schnell operativ versorgt werden. Nach einer solchen Verletzung besteht das Risiko einer schweren Entzündung im Auge, weshalb der Patient antibiotisch behandelt werden sollte. Außerdem muss an einen ausreichenden Tetanusschutz gedacht werden. Die Prognose hängt vom Schweregrad ab. Durchschlägt ein kleiner, inerter Fremdkörper das Auge seitlich und bleibt in der peripheren Netzhaut stecken, so kann das Sehvermögen bei schneller Therapie unter Umständen erhalten bleiben. Handelt es sich dagegen um einen organischen, nicht sauberen Fremdkörper, ist eine Infektion des Auges mit Bedrohung des Sehvermögens zu erwarten.

Verätzung - Sofortige Behandlung an der Unfallstelle wichtigste Maßnahme!

Als Verätzung bezeichnet man eine Schädigung des Auges durch chemische Stoffe. Verätzungen zählen zu den schwersten und folgenreichsten Verletzungen des Auges. Sie erfordern eine sofortige Behandlung an der Unfallstelle. Die Symptome hängen von der Substanz und der ins Auge gelangten Menge ab. Ein Tropfen Säure auf der Hornhaut kann zu einem Geschwür und unter Umständen zu einer bleibenden Narbe führen. Ein Säurestrahl schädigt auch die Umgebung des Auges und bewirkt auch Vernderungen an der Haut der Lider. Laugen verursachen noch schwerwiegendere Schäden als Säuren. Schon wenige Tropfen können die ganze Hornhaut für immer trüben und bewirken, dass später der Augapfel und die Lider miteinander verwachsen. Feste Stoffe können zusammen mit der Augenflüssigkeit chemische Reaktionen auslösen, die das Auge schädigen (z. B. Brandkalk). Gasförmige Stoffe wie Dämpfe, Nebel und Rauch schädigen hauptsächlich die Schleimhäute. Für die Prognose ist die sofortige Therapie entscheidend - Sofortmaßnahmen sollten so schnell wie möglich noch am Unfallort erfolgen! Es sollte innerhalb von Sekunden das Auge ausgiebig gespült werden, am besten unter dem nächsten Wasserhahn. Das Auge sollte mindestens 10 min. lang gespült werden, wobei man die Augenlider notfalls auch mit Gewalt öffnen muß. Steht kein Wasser zur unmittelbaren Verfügung kann jede andere neutrale, wässrige Flüssigkeit verwendet werden. Nach der intensiven Spülung muß der Patienten sofort in die nächste Klinik oder zum nächsten Augenarzt gebracht werden!

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