EBS Therapie

Hintergrund

Gesichtsfeldausfälle können durch Schädigung des Sehnerven verursacht werden. Das Krankheitsbild dieser Optikusneuropathien umfasst beispielsweise den Grünen Star (Glaukom) und den Augeninfarkt (AION, Anteriore ischämische Optikusneuropathie). Bei diesen Erkrankungen sind Nervenzellen der Netzhaut im Auge betroffen, sogenannte Ganglienzellen, deren Nervenfasern den Sehnerven bilden. Je nach Verlauf der unterschiedlichen Grunderkrankungen können ein erhöhter Augeninnendruck, Durchblutungsstörungen oder Entzündungsreaktionen dazu führen, dass Ganglienzellen der Netzhaut ihre Funktion einstellen oder gar unwiderruflich absterben. Aktuelle Ergebnisse medizinischer Forschung zeigen, dass verlorengegangenes Sehvermögen teilweise wiederhergestellt werden kann, wenn die Ganglienzellen im Auge noch nicht untergegangen sind und ihre Struktur noch erhalten ist. Dabei wird der Sehnerv von außen über die Gesichtshaut ohne einen operativen Eingriff elektrisch gereizt, um Gesichtsfeldausfälle und andere nervlich bedingte Sehstörungen gezielt zu behandeln. Mehrere klinische Studien belegen, dass die elektrische Optikusnerv-Stimulation (ONS) nicht nur Ganglienzellen der Netzhaut des Auges vor dem Untergang bewahren kann, sondern auch deren Regeneration anregen und so wieder in einen normalen Funktionszustand versetzen kann. Diese ONS-Therapie kann somit Gesichtsfeldausfälle zumindest teilweise rückgängig machen und das Fortschreiten der Erkrankung verzögern.

Ablauf der Therapie

Im Vorfeld der Therapie sollte das Gesichtsfeld mittels einer Schwellenperimetrie bestimmt werden, um den angestrebten Therapieerfolg später beurteilen zu können. Die Therapie ist ein risikoarmes und individuell auf den Patienten angepasstes Verfahren zur elektrischen Stimulation der Sehnerven. Dabei werden elektrische Wechselstromimpulse mittels Oberflächenelektroden angewendet. Die Methode ist also nicht-invasiv. Die Elektroden sind Teil einer Stimulationsbrille, die der Patient während der gesamten Therapiesitzung trägt. Am Beginn einer Therapiesitzung wird die Stärke der elektrischen Reize allmählich gesteigert, bis der Patient eine Lichtempfindung wahrnimmt. Diese sogenannten Phosphene kommen durch elektrische Stimulation der Ganglienzellen der Netzhaut bzw. des Sehnerven zustande und ermöglichen die für jeden Patienten typische Einstellung der Stimulation. Während der Therapiesitzung trägt der Patient eine EEG-Kappe, mit der Hirnströme gemessen werden und deren Muster für die Einstellung der Frequenz (Reize pro Sekunde) der elektrischen Stimulation des Sehnerven genutzt werden.

Die Behandlung wird ambulant durchgeführt. Eine Therapiesitzung dauert etwa 70 bis 90 Minuten. Der gesamte Therapiezyklus umfasst zehn Therapiesitzungen, die möglichst an zehn aufeinanderfolgenden Werktagen durchgeführt werden sollen.

Erfolgsaussichten

Durch die Behandlung sollen erkrankte und nicht abgestorbene Ganglienzellen der Netzhaut wieder in die Lage versetzt werden, Lichtreize des Auges an das Gehirn weiterzuleiten. Zusätzlich hat die Wechselstromstimulation auch einen nervenschützenden Effekt. Da aber das Schädigungsausmaß vor der Therapie nicht genau bestimmt werden kann, lässt sich der Anteil der zurückgewonnenen Funktionen nicht voraussagen. Bisherige Studienergebnisse zeigen bei Patienten mit Optikusneuropathien eine meßbare Verbesserung des Gesichtsfeldes. Der Behandlungserfolg beruht wesentlich darauf, dass die Stimulation einen Regenerationsprozess in Gang setzt, dessen Effekt frühestens nach einigen Wochen beurteilt werden kann. Es wird empfohlen, eine Bestimmung des Gesichtsfeldes mittels Schwellenperimentrie etwa drei Monate nach der Optikusnerv-Stimulation durchzuführen und mit dem Ausgangsbefund zu vergleichen.

Kosten der Optikusnerv-Stimulation

Bei der Therapie handelt es sich um ein neues Verfahren. Daher gibt es noch keine geregelte Erstattung der Kosten durch die gesetzliche Krankenversicherung.

Die Kosten für einen Behandlungszyklus belaufen sich derzeit auf etwa € 4.000.

Ein zufriedenstellendes Behandlungsergebnis kann nicht garantiert werden.

Sollte diese Behandlungsmethode für Sie in Betracht kommen, zögern Sie bitte nicht und fragen Sie uns nach einem Beratungsgespräch.

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