Prof. Thomas Neuhann und Kollegen - Fachärzte für Augenheilkunde
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Kataraktoperation

Was ist das?

Als Katarakt oder Grauen Star bezeichnet die Trübung der normalerweise klaren Augenlinse. Eine solche Linsentrübung ist meist altersbedingt.

Zur Behandlung des Grauen Stars gibt nur eine sinnvolle Maßnahme: Die Kataraktoperation, umgangssprachlich auch genannt Staroperation.

Die Kataraktoperation wird heute in der Regel ambulant durchgeführt und zeichnet sich durch eine besonders hohe Erfolgsquote aus. 95% aller Operationen verlaufen ohne jegliche Komplikation. Die meisten Komplikationen sind sehr gut beherrschbar, nur in ca. 0.1% der Fälle treten schwerwiegendere Probleme auf, wie z. B. eine Entzündung im Auge (Endophthalmitis).

Indikationen

Früher war man mit der Staroperation eher zurückhaltend und operierte erst, wenn der Star "reif" war. Heutzutage operiert man den Grauen Star dann, wenn der Patient subjektiv im täglichen Leben durch den Grauen Star beinträchtigt ist.

Daher wird der Operationszeitpunkt bei jedem Patienten individuell festgelegt. Wann und ob bei Ihnen der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sollten Sie mit Ihrem Augenarzt im persönlichen Gespräch besprechen. Falls Sie sich gemeinsam mit Ihrem Augenarzt gegen eine Operation entscheiden, sollten Sie trotzdem regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehen: Der Graue Star kann in sehr fortgeschrittenem Stadium auch zu bedrohlichen Komplikationen führen.

Normalerweise ist man aber vor Erreichen dieses Stadiums schon im täglichen Leben beeinträchtigt und entscheidet sich zu einer Operation.

Falls Sie Auto fahren muß der Augenarzt bei eben dieser Kontrolluntersuchung feststellen, ob die vorhandene Sehschärfe hierfür noch ausreicht.

Vorbereitung

Ihre Augen werden von Ihrem Augenarzt und dem operierenden Arzt gründlich untersucht. Dabei werden auch die Augen ausgemessen, um die Stärke der Kunstlinse berechnen zu können, die später eingesetzt werden soll. Keine dieser Untersuchungen ist belastend oder gar schmerzhaft.

Zusätzlich wird Ihr Hausarzt gebeten, einen kurzen Bericht über Ihren allgemeinen Gesundheitszustand anzufertigen. Mit Hilfe seiner Stellungnahme läßt sich beurteilen, ob etwas dagegen spricht, bei Ihnen diesen Eingriff vorzunehmen.

Für diese Beurteilung spielt es eine wichtige Rolle, ob Sie in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose operiert werden sollen. Prinzipiell handelt es sich bei der Staroperation um einen körperlich kaum belastenden Eingriff.

Die Betäubung

Vor der Operation werden Ihnen in kurzen Abständen Augentropfen in das zu operierende Auge geben. Diese Tropfen führen dazu, dass sich die Pupille erweitert.
Anschließend bringt man Sie in den Vorbereitungsraum des Operationssaales.

Während der gesamten Zeit der Operationsvorbereitung, der Operation selbst und unmittelbar danach werden Sie von einem Narkosearzt betreut werden. Wenn Sie dies wünschen wird er Ihnen ein Beruhigungsmittel geben. (Sollten Sie in Volnarkose operiert werden, wird Sie der Narkosearzt über alle mit der Narkose zusammenhängenden Dinge informieren).

Die örtliche Betäubung wird von dem Operateur schon ca 20 Minuten vor Operationsbeginn durchgeführt. In der Regel wird dabei das Betäubungsmedikament mit einer sehr feinen Nadel neben den Augapfel (also nicht in das Auge!) gespritzt. Durch diese Art der Betäubung sind das Auge und die Muskeln vollständig betäubt. Alternativ zur Spritze können auch mehrmals hintereinander betäubende Augentropfen in das zu operierende Auge getropft werden. Bei dieser sogenannten „Tropfanästhesie“ ist das Auge nur oberflächlich betäubt und Sie können das Auge noch bewegen. Daher ist es wichtig, daß Sie bei der Operation „mitarbeiten“, d. h. die Augen immer geöffnet halten und in das helle Licht sehen.

Sobald die örtliche Betäubung eingetreten ist, werden Sie vom Vorbereitungsraum in den eigentlichen Operationssaal gebracht. Dort deckt man Sie mit sterilen Tüchern ab, um eine Keimverschleppung in das Operationsgebiet zu verhindern. Sie fühlen sich im ersten Augenblick vielleicht etwas beengt, brauchen aber keine Angst wegen Luftnot zu haben. Ein spezieller Schlauch, der unter dem Tuch angebracht ist, führt Ihnen Sauerstoff zu.

Die Operation

Durch eine federleichte Klammer werden das Ober- und Unterlid während der gesamten Operation auseinandergehalten. Damit das Auge oberflächlich nicht trocken wird, tropft man in regelmäßigen Abständen Benetzungsflüssigkeit auf die Augenoberfläche. Das Herablaufen der Flüssigkeit können Sie verspüren.

Die Operation führt man unter einem speziellen Operationsmikroskop durch. Die Eröffnung des Augapfels geschieht durch einen kleinen Schnitt. Nun wird die hauchdünne Hülle, die die Linse umgibt eröffnet, um das getrübte Linsenmaterial entfernen zu können.

   

Dazu verwendet man ein Spezialgerät, das das Linsenmaterial durch feinste Ultraschallschwingungen zerstäubt und zugleich absaugt. Dieses Verfahren heißt Phakoemulsifikation.

   

Zurück bleibt die glasklare leere Linsenhülle, der Kapselsack, in den die Kunstlinse eingepflanzt wird. Der Vorteil dieses Zerstäubungsverfahrens liegt darin, daß der Augapfel während der Operation nur wenig eröffnet werden muß.

   

Diese kleine Öffnung wird durch eine ausgeklügelte Operationstechnik so angelegt, daß sie sich von selbst wasserdicht verschließt: manchmal wird sie zusätzlich durch feinste Nähte – nur hunderstel Millimeter dick – gesichert. Am Ende des Eingriffs wird meist ein Augenverband angelegt.

Nach der Operation

Den Augenverband sollten Sie am Tag der Operation sowie die erste Nacht hindurch tragen, damit Sie nicht versehentlich am Auge reiben.

Es ist völlig normal, wenn Sie am Tag der Operation noch nicht klar sehen. Zum einen ist das Auge noch betäubt, zum anderen ist die Pupille erweitert, was Sie vielleicht noch von den Untersuchungen beim Augenarzt vor der Operation kennen. Auch eventuelles Doppelt- oder Schiefsehen ist normal und auf die Betäubung der Augenmuskeln zurückzuführen. Dies geht spätestens am darauffolgenden Tag zurück.

Am Tag nach der Operation wird das Auge untersucht. Vom Ergebnis dieser Untersuchung hängt es ab, welche weiteren Maßnahmen eingeleitet werden.

Bei starken Beschwerden können Sie einfach das operierte Auge für einen weiteren Tag mit einem weichen Verband abdecken.

Heilungsverlauf

In der Regel verursacht der Heilungsverlauf nach der Kataraktoperation keine nennenswerten Probleme.

Wichtig ist, dass Sie die Augentropfen, die Ihnen verordnet werden, sehr zuverlässig so eintropfen, wie von Ihrem Augenarzt verordnet: Dazu neigen sie am besten den Kopf um 45 nach hinten, blicken nach oben und ziehen mit einem Finger das Unterlid etwas nach unten. Dort geben sie die Tropfen ein. Sollten sie nicht sicher sein, ob ein Tropfen ins Auge gelangt ist, können sie ohne weiteres noch einen Tropfen nachgeben. Da das Auge nur eine bestimmte Menge an Flüssigkeit aufnehmen kann laufen die überschüssigen Augentropen sofort aus dem Auge heraus. Sie müssen also keine Angst haben, zuviele Tropfen zu geben.

Für etwa eine Woche wird man Ihnen vorsichtshalber raten, mit körperlichen Aktivitäten noch etwas zurückhaltend zu sein. Dies bedeutet, daß Sie sich zumindest in normalem Umfang auch bücken oder Gewichte tragen dürfen.

Was Sie wirklich vermeiden sollten, ist, während der ersten sechs bis acht Wochen direkten starken Druck auf das Auge auszuüben oder das Auge stark zu reiben. Eine leichte Berührung der Augen ist aber kein Grund zur Besorgnis.

Prognose

Sofern keine Netzhaut- oder Makulaerkrankung vorliegt, können Patienten nach der Kataraktoperation wieder deutlich besser sehen.

In den ersten Wochen nach der Operation kann es zu leichten Sehschwankungen kommen, da die neue Linse erst Ihren endgültigen Platz im Auge durch Verwachsung einnehmen muß. Daher wartet man mit der Anpassung der ersten Fern- und Lesebrille meist 6 bis 8 Wochen.

Die Kunstlinse, die in Ihr Auge implantiert wird, besteht aus bioverträglichen Kunststoffen, wie Silikon oder Acryl bestehen. Sie bleibt zeitlebens erhalten und muß nicht ausgewechselt werden.

Komplikationen

Der Heilungsverlauf unmittelbar nach der Operation ist mit einer leichten Entzündungsreakion verbunden. Um dieses zu minimieren, ist es sehr wichtig, dass Sie die Augentropfen genau so wie von Ihrem Augenarzt verordnet, anwenden.

95 % aller Kataraktoperationen verlaufen ohne jegliche Komplikation.
Die meisten Komplikationen sind sehr gut beherrschbar, nur in ca. 0.1% der Fälle treten schwerwiegendere Probleme auf, wie z. B. eine Entzündung im Auge (Endophthalmitis).

Bei ca. 30 % der Patienten tritt jedoch einige Zeit nach der Operation erneutes Nebelsehen bedingt durch einen sogenannten Nachstar auf: Die Zellen der Linsenkapsel, in der die künstliche Linse befestigt ist, versuchen gewissermaßen eine neue Linse „nachzuwachsen“. Der Nachstar ist damit eigentlich ein normaler, natürlicher Vorgang und nicht eine Komplikation im eigentlichen Sinne.

Der Nachstar kann im Normalfall mit einem Laser schnell entfernt werden. Dieser Eingriff ist nicht schmerzhaft und wird ambulant in der Praxis durchgeführt. Anschließend kann man ohne Augenverband nach Hause gehen. Die Wiederherstelung des Sehvermögens ist praktisch unmittelbar.

 

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