
Kleinkinduntersuchung
Was ist das?
Bei jedem 10. Kleinkind bestehen Risikofaktoren, die ohne Behandlung
zu einer Sehschwäche (Amblyopie) führen können. Hauptursachen
sind höhere Fehlsichtigkeiten, die sich mit einer Brille ausgleichen
lassen, und kleine (nicht auffallende) Schielwinkel. 90 bis 95%
dieser Kinder werden durch die üblichen Vorsorgeuntersuchungen
beim Kinderarzt nicht oder erst zu spät entdeckt: Wenn das
Gehirn im Kleinkindalter nicht lernt, Sehinformationen des betroffenen
Auges zu verarbeiten, wird dieses "unterdrückt" und
bleibt lebenslang sehschwach.
Fazit: In Deutschland beginnen leider noch mehr als 5 % aller
Kinder das erste Schuljahr mit einer Sehschwäche zumindest
eines Auges.
Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) empfiehlt
deshalb allen Eltern, ihre Kinder spätestens im dritten Lebensjahr
zur Vorsorgeuntersuchung einem Augenarzt vorzustellen.
Ist ein Kind mit besonderen Risiken für Schielen oder andere
Sehschwächen belastet, sollte bereits mit 6-12 Monaten eine
erste augenärztliche Untersuchung erfolgen. Als Risikokinder
gelten z.B. Frühchen, Kinder schielender oder stark fehlsichtiger
Eltern oder Geschwister, Kinder mit Entwicklungsrückstand und
Kinder aus Familien mit bekannten erblichen Augenerkrankungen.
Dem Augenarzt stehen verschiedene Untersuchungstechniken und Methoden
zur Verfügung, mit deren Hilfe er auch ohne Mitarbeit des kleinen
Patienten das Sehvermögen und die Funktionstüchtigkeit
beider Augen einschätzen kann.
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