Augenlider und die häufigsten Veränderungen

Mit jedem Lidschlag verteilen die Augenlider die Tränenflüssigkeit über das Auge. Auf diese Weise schützen die Lider das Auge vor Austrocknung, Verunreinigungen und Verletzungen.

Treten Veränderungen an den Lidern auf, so ist diese wichtige Funktion gestört. Deswegen sollte jede Veränderung am Lid von Ihrem Augenarzt abgeklärt werden. Die Veränderungen der Lider sind vielfältig und können gut behandelt werden.

Lidrandentzündungen oder Ekzeme der Lider sind bakteriell, viral oder allergisch bedingt und gut therapierbar. Bakterielle Entzündungen der Talgdrüsen des Lidrandes heißen Gerstenkorn oder Hagelkorn. Sollte die antibakterielle Salbentherapie hier nicht ganz zur Heilung führen, ist eine operative Nachbehandlung sinnvoll.

Fehlstellungen der Lider können sowohl die Unterlider als auch die Oberlider betreffen. Das Herabhängen des Oberlides (Ptosis) ist bedingt durch eine Schwäche des Lidhebermuskels, sodass es zu einer engeren Lidspalte kommt und das Auge nicht mehr ganz geöffnet werden kann. Das Sehen und das Gesichtsfeld sind dadurch beeinträchtigt. Die Ptosis kann angeboren oder erworben sein. Beide Formen sind operativ behandelbar.

Weiterhin kann es am Oberlid zu einem „Hängelid“ (Blepharochalasis) kommen, wenn sich die Haut des Oberlides so sehr dehnt, dass dieser Hautüberschuss die Wimpernreihe bedeckt. Dieser Überschuss, welcher zumeist nur kosmetisch stört, kann operativ entfernt werden.

Die Lider können auch in ihrer Stellung zum Augapfel verändert sein. So kann es am Unterlid zum einen zum Einwärtsdrehen (Entropium) kommen. Dadurch scheuern die Wimpern an der Hornhaut des Auges. Es kommt zu Entzündungen und Verletzungen der Hornhaut, die schwerwiegend sein können. Diese Fehlstellung sollte baldmöglichst operativ behandelt werden. Dazu gibt es mehrere Methoden, welche je nach Schweregrad und Lidbeschaffenheit angewandt werden. Zum anderen kann das Unterlid auch nach außen (Ektropium) gekippt sein. Auch dadurch ist das Lid in seiner Funktion gestört. Da die Ursachen dieser schweren Veränderung vielfältig sind, muss auch genau analysiert werden, welches operative Verfahren zielführend ist.

Es gibt auch Fehlstellungen der Wimpern: bei Einwärtsdrehung (Trichiasis) kann es zu Verletzungen der Hornhaut kommen. Das Wimpernzupfen kann nur eine kurzfristige Lösung sein. Hier bringen operative Verfahren dauerhafte Lösungen. Ein anderer Bereich der Lidveränderungen betrifft die Lidstruktur selbst, diese gehen von Veränderungen der Haut bis zur gesamten Liddicke.

Häufig sieht man harmlose Veränderungen der Lidhaut: Talgzysten am Lidrand, die nur kosmetisch stören, Einlagerungen von Lipiden (Xanthelasmen) unter der Haut: Xanthelasmen, Wärzchen am Lidrand oder der Lidhaut, ebenso harmlos, die aber alle entfernt werden können, sobald sie kosmetisch stören.

Es gibt aber auch Veränderungen der Lider die sehr ernst zu nehmen sind: Basaliome, Melanome und Plattenepithelkarzinome sind die Häufigsten. Leider sind sie bei Betrachtung von den harmlosen Veränderungen nicht eindeutig zu unterscheiden. Deswegen sollte bei jeder auffälligen Veränderung am Lid schnell eine Gewebeentnahme vorgenommen werden. Diese wird im Labor untersucht. Danach kann das weitere Vorgehen entschieden werden. Bei frühzeitiger Erkennung und Versorgung durch den Augenarzt wird sowohl das funktionelle als auch das kosmetische Ergebnis erfolgreich sein.