Grauer Star-Operation und danach keine Brille mehr?

Besondere Linsen, die bei der Staroperation eingesetzt werden, können den brillenlosen Bereich vergrössern.

Es ist der Traum fast eines Jeden die Gleitsicht- oder Lesebrille für immer loswerden. Die schlechte Nachricht zuerst: Es gibt noch keine Ideallösung, die den jugendlichen Zustand des Auges wiederherstellt. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Es gibt bestimmte Kompromisse, die den brillenlosen Bereich vergrössern, sodass man von der Brille weitestgehend unabhängig wird.

Eine solchen Kompromiss bieten multifokale (in Wirklichkeit bifokale) Intraokularlinsen (Kunstlinsen), die man im Rahmen der Operation des Grauen Stars einsetzen kann. Diese haben zusätzlich zum Fokus in der Ferne einen zweiten Fokus in der Nähe, den man entweder bei 30 cm oder 40 cm Leseabstand wählen kann. Ein Kompromiss bleibt dies jedoch trotzdem deswegen, weil die Zwischenentfernungen mit dieser Linse nicht ideal abgebildet werden. Ausserdem können diese Linsen bestimmte optische Nachteile haben, sodass man z. B. nachts um Lichtquellen Strahlenkränze wahrnehmen kann (aber nicht muss!). Wir empfehlen solche Linsen daher den Patienten, denen die weitestgehende Unabhängigkeit von einer Brille so wichtig ist, dass sie dafür bestimmte Kompromisse bei der Sehqualität in Kauf nehmen und die nachts nicht auf das Autofahren angewiesen sind. Weiterhin muss man bereit sein, eine eventuell verbleibende Restfehlsichtigkeit mit dem Laser nachkorrigieren zu lassen, um die maximale Wirksamkeit dieser Linsen zu gewährleisten.

Übrigens: Bei Patienten die bereits am Grauen Star operiert sind, kann man eine zusätzliche multifokale Linse in das Auge vor die schon vorhandene Kunstlinse setzen, die dann den gleichen Effekt hat, wie die oben beschriebenen Multifokallinsen.

Ob diese Linsen bei Ihnen in Frage kommen und welche Zusatzkosten auf Sie zukommen, erfahren Sie gerne im persönlichen Gespräch mit unseren Ärzten.