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Trockenes Auge

Das Trockene Auge ist eine Krankheit, welche trotz seiner eigentlich meist harmlosen Natur für viel Frust zwischen Ärzten und Patienten sorgen kann. Patienten mit trockenen Augen finden oft, dass ihr Augenarzt nicht versteht, wie sehr die Beschwerden sie im täglichen Leben beeinträchtigen und vielleicht sogar beunruhigen. Oft stößt es auf völliges Unverständnis, dass statt der erhofften schnellen und definitiven Reparatur eine endlos erscheinende, scheinbar hilflose, wenn nicht gar desinteressierte „Herumprobiererei“ begonnen wird.
Augenärzte finden es oft schwierig, die Patienten von der an sich unbedenklichen Natur der Störung (wie sie ja zumeist der Fall ist) zu überzeugen und sie für die geduldige, oft langwierige Zusammenarbeit bei der Findung der bestmöglichen Behandlung zu gewinnen.
Im Folgenden stellen wir Ihnen Informations- und Kenntnishintergrund zur Verfügung, auf dessen Basis eine produktive Zusammenarbeit von Arzt und Patient bei dieser chronischen, äußerst lästigen, meist harmlosen, aber potentiell krankhaften Störung möglich wird.

Die Oberfläche des Auges

Die Oberfläche unserer Augen wird von der obersten Zellschicht der Bindehaut und der Hornhaut gebildet, welche von einer hauchdünnen Flüssigkeitsschicht (Tränenfilm) überzogen ist. Sie ist von großer Wichtigkeit für die Gesundheit und Funktion des Auges.
Der hauchdünne Tränenfilm und die Oberflächenzellen bilden miteinander eine funktionelle Einheit, zu der auch die Lider gehören, die gewissermaßen als „Scheibenwischer“ wirken.

Der Tränenfilm

Was auf den ersten Blick höchst einfach erscheint, eben ein Tropfen Wasser, der sich über der Oberfläche ausbreitet, ist in Wahrheit ein kompliziertes System.

Der Tränenfilm besteht aus 3 Komponenten

1. Wässrige Schicht: Sie besteht aus Wasser in dem Salze gelöst sind und wird von der Tränendrüse produziert.
2. Muzinschicht: Sie besteht aus einem schleimigen Sekret und wird von einzelligen Schleimdrüsen (Becherzellen) der Bindehaut produziert.
3. Fettschicht: Der Fettfilm entsteht aus dem öligen Sekret der sog. Meibom’schen Drüsen im Lidrand.

Die einzelnen Bestandteile des Tränenfilms haben dabei verschiedene Funktionen.
Die wässrige Schicht macht den Hauptteil des Tränenfilms aus und ist dessen Feuchtigkeit spendender Anteil.
Die Muzinschicht haftet besonders gut an der eigentlich wasserabstoßenden Zelloberfläche von Bindehaut und Hornhaut, glättet die Unterlage und ermöglicht ein Anhaften der wässrigen Schicht. Der feine ölige Fettfilm schwimmt wiederum auf der wässrigen Schicht und verlangsamt so die Verdunstung der Tränen.

Durch den Lidschlag wird jedesmal wieder ein frischer Flüssigkeitsfilm über der Augenoberfläche verteilt. Deshalb zwinkern wir etwa 12 - 15 mal pro Minute.
Die verbrauchten Tränen fließen schließlich durch 2 winzige Öffnungen innen am Ober- und Unterlid (Tränenpünktchen) durch ein Kanalsystem in die Nase ab.

Aufgaben des Tränenfilms

Der Tränenfilm hat 3 wesentliche Aufgaben

1. Abwehrfunktion: Das Auge ist fortwährend zahllosen Einflüssen ausgesetzt, die das Auge „anfliegen“, z. B. Keime (Bakterien, Viren und Pilze), Staub, Reizstoffe, Temperatur, Luftzug, Allergene (Pollen) und vieles andere mehr. Sie werden vom Tränenfilm abgefangen und unter tatkräftiger Unterstützung durch den Lidschlag weggeschwemmt und neutralisiert. Dazu helfen auch einige Inhaltsstoffe der Tränenflüssigkeit.

2. Lichtbrechung: Je ebenmäßiger eine optische Oberfläche ist, umso besser ist ihre optisch abbildende Qualität. Da die glattest denkbare Oberfläche eine Flüssigkeitsoberfläche ist, macht der Tränenfilm die Hornhautoberfläche optimal glatt und damit optisch ideal.

3. Befeuchtung und Ernährung: Der Tränenfilm sorgt dafür, dass die Hornhaut nicht austrocknet und die äußerst empfindliche Augenoberfläche nicht durch die Reibung des Lides auf Hornhaut und Bindehaut gereizt wird. Er ist also auch eine Art Gleitmittel zwischen den Geweben von Bindehaut, Hornhaut und den Lidern und somit für Beschwerdefreiheit und „Wohlbefinden“ unerlässlich. Schließlich sind im Tränenfilm Nährstoffe für die Augenoberfläche enthalten.

Was ist ein „Trockenes Auge“?

Beim Trockenen Auge – der Fachausdruck ist „(Kerato-) Konjunktivitis sicca“ – liegt eine Störung der Benetzung der Augenoberfläche vor. Man spricht daher auch von einer Benetzungsstörung.
Die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft hat die folgende Definition entwickelt, die den heutigen Kenntnisstand, wie er im Folgenden erläutert wird, widerspiegelt:
„Das Trockene Auge ist eine Störung von Tränenfilm und Augenoberfläche durch viele mögliche Faktoren, die mit körperlichem und seelischem Unbehagen und/oder mit Sehstörungen einhergeht. Entzündliche Vorgänge und eine zu konzentrierte Tränenflüssigkeit spielen bei diesem Krankheitsbild eine wesentliche Rolle.“

Warum bekommt man ein „Trockenes Auge“?

Als Ursache kommen im Wesentlichen eine zu geringe Produktion oder ein zu starker Verlust von Tränen in Frage.

Zu geringe Tränenproduktion: Die häufigsten Auslöser sind die altersbedingte Rückbildung des Tränendrüsengewebes, Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis und andere (seltenere) Allgemeinerkrankungen, die auch die Tränendrüse mit einbeziehen. Ebenso können Medikamente (z. B. Atropin, Betablocker, Diuretika) die Tränenproduktion vermindern. Weiterhin gibt es eine Reihe von (teilweise schweren) Augenerkrankungen, die die Ausführungsgänge der Tränendrüse narbig verschließen. Bei Frauen ist häufig die hormonelle Umstellung nach den Wechseljahren Auslöser einer zu geringen Tränenproduktion. Dabei scheint insbesondere ein Mangel an männlichen Hormonen (sog. Androgenen) eine Rolle zu spielen, die für die Steuerung von Menge und Zusammensetzung des Tränenfilms von Bedeutung sind.
Wegen der ohnehin geringen Androgenproduktion der Frau, hat deren zusätzliche Verminderung nach den Wechseljahren naturgemäß deutlichere Auswirkungen als beim Mann.

Zu starker Verlust von Tränen: Hierher gehören zunächst alle Ursachen, welche die Schleimkomponente (Haftung) oder die Fettkomponente (Verdunstung) des Tränenfilms beeinflussen. Die Schleimstoffbildung wird etwa durch Vitamin-A-Mangel, Verätzungen, Verbrennungen, Entzündungen und Narbenbildungen (z. B. nach Augenoperationen) beeinträchtigt. Der feine verdunstungshemmende Fettfilm wird dann beeinträchtigt, wenn eine Funktionsstörung der Meibom’schen Drüsen vorliegt. Dies wird vor allem durch chronische Lidrandentzündungen bewirkt. Eine leichte Lidrandentzündung ist relativ häufig. Schwere Formen können z. B. durch Bakterien oder Hautmilben verursacht werden oder im Rahmen bestimmter Grunderkrankungen entstehen (Neurodermitis, Rosacea). Aber auch Fehlstellungen der Lider (z. B. durch Narben) können die Fettphase beeinträchtigen.

Weitere Ursachen eines Trockenen Auges sind:

  • Störungen des Lidschlusses, etwa bei krankhaftem Hervortreten des Augapfels (z. B. bei Basedow’scher Krankheit), Gesichtslähmungen oder Empfindungsstörungen der Augenoberfläche (z. B. Trigeminus-Schädigungen).
  • Örtliche Gabe von Medikamenten, die den Tränenfilm instabil machen. Hierzu gehören auch Konservierungsmittel, wie sie in vielen Augentropfen enthalten sind.
  • Äußere Einflüsse, wie z. B. klimatisierte oder beheizte Räume mit besonders niedriger Luftfeuchtigkeit, Rauch, starker Luftzug (etwa durch das Gebläse in einem Auto), Kontaktlinsen und nicht zuletzt die Unterdrückung des Blinzelreflexes bei konzentriertem Lesen oder Arbeiten am Computer (besonders in Verbindung mit trockener Umgebung).

Wozu führt die Benetzungsstörung und welche Beschwerden verursacht dies?

Wie bei jeder wässrigen Lösung von Salzen und sonstigen Inhaltsstoffen führt der Verlust von Wasser zu einer Erhöhung der Konzentration der Inhaltsstoffe. Bei den Tränen sind es im Wesentlichen Salze und Schleimstoffe. Dies führt zu Brennen, Stechen, Fremdkörper- und Klebrigkeitsgefühl.

Weiterhin werden Entzündungsbotenstoffe und -zellen vermehrt ausgeschüttet und angelockt. Dies führt zu Rötung, Schwellung, „heißen Augen“ und Missempfindung bis Schmerz. Die Folge des unvollkommenen Flüssigkeitsüberzuges ist dann zeitweiliges Verschwommensehen, welches sich durch häufigen Lidschlag und/oder Augentropfen bessert.
Aber auch vermehrtes Augentränen, scheinbar paradox, kann Ausdruck eines Trockenen Auges sein. Die Gründe hierfür sind entweder, dass der Tränenfilm wegen einer Störung der Schleim- und Fettkomponente nicht mehr gut auf der Augenoberfläche haften kann und überläuft oder weil die Trockenheit zu einer so starken Reizung führt, dass es zu einer momentanen Übersekretion (Reizsekretion) der wässrigen Phase aus der Tränendrüse kommt.
Als schwerste Folge kann die fehlende Benetzung zu einer chronischen Hornhautentzündung mit Eintrübung ihrer obersten Schicht führen.

Wie stellt der Augenarzt eine Benetzungsstörung fest?

Weil all diese Symptome auch bei ganz anderen Augenerkrankungen auftreten können, bedarf ein solches Beschwerdebild immer der augenärztlichen Abklärung. Ihr Augenarzt kann oft bereits nach der Schilderung der Beschwerden und gezielter Fragestellung eine Verdachtsdiagnose stellen. Dem folgt eine gründliche und vollständige allgemeine Augenuntersuchung. Dabei wird oft die Augenoberfläche mit bestimmten Farbstoffen angefärbt und die Hornhautempfindlichkeit bestimmt.
Besteht der Verdacht einer Benetzungsstörung, kann der Augenarzt zusätzliche Untersuchungen durchführen. Mit einem Filterpapierstreifen, der in das Unterlid eingehängt wird, kann er die Menge der Tränen messen. Diese Methode bezeichnet man als Schirmertest.
Um die Diagnose endgültig zu sichern, wird Ihr Augenarzt ggf. darüber hinaus weitere Untersuchungen durchführen, insbesondere um solche Erkrankungen auszuschließen, die einer anderen Therapie bedürfen.

Wie wird das „Trockene Auge“ behandelt?

Die erste und wichtigste Antwort ist:
Mit viel Geduld - von Patient und Augenarzt!

Dabei ist zu beachten:

  • Bisher stehen keine wirklich ursächlich wirkenden Behandlungen zur Verfügung und zum gesamten Beschwerdebild tragen immer mehrere Komponenten bei.  Es gibt daher keinen „Königsweg“, keine optimale oder immer richtige Behandlung für das Trockene Auge. Der bestmögliche Weg ist immer individuell und diesen muss der Patient, in Zusammenarbeit mit dem Arzt, durch geduldiges Ausprobieren gemeinsam herausfinden.
  • Das Trockene Auge ist eine chronische Erkrankung. Man kann es nicht ein für alle Mal „wegbehandeln“. Der Behandlungseffekt ist nur gewährleistet, solange die Behandlung andauert.
  • Üblicherweise übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen Kosten für die Behandlung des Trockenen Auges nicht mehr (z. B. „künstliche Tränen“-Augentropfen). Das kann man nicht sinnvoll mit dem Augenarzt diskutieren, dafür ist Ihr Bundestagsabgeordneter zuständig.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die verfügbaren Behandlungsprinzipien. Wie der Augenarzt im Einzelnen vorgeht, wird er individuell entscheiden und mit Ihnen besprechen. Vertrauen Sie getrost darauf, dass Ihr Augenarzt alles weiß und kennt, was hier aufgeführt ist und noch mehr.

Tränenersatz- oder Benetzungsmittel „Künstliche Tränen“:

Grundlage für die Behandlung des Trockenen Auges ist die Gabe von Tränenersatzmitteln („Künstliche Tränen“). Sie bilden einen Schutz- und Gleitfilm auf der Augenoberfläche und stabilisieren den noch vorhandenen Tränenfilm. Sie sind in einer großen Vielfalt an Zusammensetzung erhältlich. Alle bestehen aber aus:

  • Wasser.
  • Salzen.
  • Evtl. einem Verdickungsmittel, das für eine bessere Haftung der Tränen an der Augenoberfläche verantwortlich ist.
  • Evtl. einem Konservierungsmittel.

Konservierungsmittel müssen in Tropffläschchen enthalten sein, um sie vor Verunreinigung und Verkeimung zu schützen und sie für 4 - 6 Wochen nach Anbruch verwendbar zu machen. Konservierungsmittelfreie künstliche Tränen sind deshalb meist in Einzeldosisbehältern erhältlich. Sie sind teurer und nach Anbruch nur 24 Stunden verwendbar. Um diese Tropfen voll auszuschöpfen empfehlen wir, diese Einzeldosisbehälter offen auf eine saubere Unterlage zu legen (z. B. Taschentuch) und dann über den Tag verteilt zu verwenden. Schließlich gibt es noch einige besondere „Tricks“ (z. B. spezielle Pumpen oder Filter), um Konservierungsmittel in größeren Tropffläschchen zu vermeiden.

Generell gilt:

  • Je dickflüssiger ein Tränenersatzmittel, desto besser und langfristiger die Haftung und Befeuchtung der Augenoberfläche. Jedoch je dickflüssiger, desto mehr verschleiert das Präparat auch das Sehen für einige Zeit.
  • Individuell wird die Wirksamkeit und die Verträglichkeit der verschiedenen Tränenersatzmittel sehr unterschiedlich empfunden. Daher gibt es kein ideales Tränenersatzmittel, sondern es muss vielmehr für den einzelnen Patienten das am besten verträgliche und wirksame Präparat gefunden werden.
  • Konservierungsmittelfreie Präparate sind tendenziell zu bevorzugen, besonders bei Allergikern und wenn die Tropfen sehr häufig angewandt werden.
  • Träger weicher Kontaktlinsen sollten ebenfalls Tränenersatzmittel ohne Konservierungsmittel verwenden, da sich diese Zusätze sonst in der Kontaktlinse anreichern und zu Schädigungen der Hornhaut führen können. Kontaktlinsen und Trockenes Auge sind im Übrigen ein eigenes „Kapitel“, das individuell mit dem Augenarzt besprochen werden muss.
  • Tränenersatzmittel sollten bereits vor Auftreten von Beschwerden und regelmäßig gegeben werden. Ein „zu viel“ ist dabei nicht möglich, nur ein „zu wenig“.

In den meisten Fällen können die Beschwerden mit Benetzungsmitteln hinreichend gut behoben werden. Bei schweren Verlaufsformen stehen weitere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Pflege der Lider und Lidkanten

Die sog. Lidkantenpflege ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung, wenn bei Ihnen eine Lidkantenentzündung vorliegt. Hier soll durch Lösen von Verkrustungen und Hautabschilferungen an den Lidkanten der Abfluss aus den Meibom’schen Drüsen (welche die fettige Phase des Tränenfilms produzieren) verbessert werden. Manchmal muss man die Lidkantenpflege durch Einmassieren entsprechender Augensalben oder durch eine Allgemeintherapie unterstützen. Solange die Lidränder nicht wirklich reizfrei sind, sollten auch möglichst wenig Kosmetika angewandt werden.

Eigenserum-Augentropfen

Im Blutserum sind zahlreiche Substanzen enthalten, die entzündungshemmend und wachstumsfördernd wirken und damit einen positiven Einfluss auf die krankhaften Vorgänge der Augenoberfläche bei Trockenem Auge haben. Um diese günstigen Eigenschaften auszunutzen, können aus dem Eigenblut des Patienten Augentropfen hergestellt werden.

Entzündungshemmende Augentropfen

Die Entzündungsprozesse der Augenoberfläche beim Trockenen Auge können durch entsprechende Augentropfen gedämpft werden. Kurzfristig können kortisonhaltige Medikamente eingesetzt werden. Danach und sonst kommen kortisonfreie Medikamente in Frage, z. B. Cyclosporin-A-Augentropfen oder -Augensalbe.

Verband-Kontaktlinse

Kontaktlinsen sind normalerweise bei trockenen Augen nicht gut verträglich und verstärken die Beschwerden eher noch. Bei bestimmten selteneren Unterformen des Trockenen Auges kann aber eine dünne weiche Kontaktlinse die Augenoberfläche stabilisieren und tatsächlich zu einer Beschwerdelinderung und deutlichen Befundbesserung führen. Eine solche Behandlung ist in der Regel aber nur für eine begrenzte Zeit sinnvoll.

Verschluss der Tränenpünktchen

Bei ausgeprägtem Krankheitsbild kann das Ablaufen der Tränen durch zeitweisen Verschluss der Tränenpünktchen mit einem kleinen Stöpsel verlangsamt werden, sodass die Tränen länger auf der Augenoberfläche verweilen. In einigen Fällen ist sogar ein dauerhafter Verschluss der Tränenpünktchen durch Elektrokauterisation, welche zu einer Vernarbung führt, angezeigt.

Ernährung

Bestimmte lebensnotwendige Stoffe (wie z. B. Vitamine) kann der menschliche Organismus nicht selbst herstellen und muss sie durch die Nahrung zugeführt erhalten.  Hierzu gehören auch bestimmte Fettsäuren, chemisch als Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren bezeichnet, die man früher auch „Vitamin F“ nannte. Sie haben eine vielfältige Wirkung im Bereich der Entzündungsbotenstoffe, der Tränensekretion und der Sekretion des öligen Sekrets der (Meibom’schen) Lidranddrüsen. Da in Mitteleuropa üblicherweise im Verhältnis zu den Omega-6-Fettsäuren zu wenig Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung enthalten sind, wird eine zusätzliche Gabe von Omega-3-Fettsäuren bzw. eine Einsparung der Omega-6-Fettsäuren empfohlen. Leinsamenöl und fetter Fisch sind klassische Quellen für Omega-3-Fettsäuren, es gibt auch entsprechende Präparate als Kapseln. Lassen Sie sich hierzu auch von Ihrem Hausarzt beraten.

Medikamente zur Sekretionsförderung

Bestimmte Medikamente zur Sekretionsförderung der Tränendrüse haben unglücklicherweise auch erhebliche Nebenwirkungen, sodass man darauf nur in schweren Fällen, jedenfalls versuchsweise, zurückgreifen wird.

Chirurgische Maßnahmen

Operative Eingriffe (z. B. seitliche Abnähung des Lides) kommen nur in seltensten, sehr schweren Fällen in Frage. Solche Optionen wird der Augenarzt im Einzelfall mit seinem Patienten erörtern.

Unterstützende Maßnahmen

Als Schutz vor Verdunstung kann man auch eine spezielle Brille, welche mit einem Windschutz (sog. anatomisch angepasster Seitenschutz) versehen ist, tragen.

Hoffnungen für die Zukunft

Die enormen Fortschritte in der Erforschung des Trockenen Auges lassen in absehbarer Zukunft die Verfügbarkeit neuer, hoch wirksamer Arzneimittel erwarten. So werden z. B. Androgene, sekretionsfördernde und entzündungshemmende Stoffe lokal am Auge ohne wesentliche Nebenwirkungen verwendet werden.

Was kann man selbst noch tun?

  • Lüften Sie mehrmals täglich für einige Minuten.
  • Verwenden Sie insbesondere während der Heizperiode einen Luftbefeuchter, alternativ können Sie auch feuchte Tücher über die Heizung hängen.
  • Stellen Sie grüne Pflanzen zur Verbesserung des Mikroklimas in Ihren Räumen auf.
  • Nutzen Sie das Gebläse in Ihrem Kraftfahrzeug möglichst wenig und richten Sie es nicht auf Ihr Gesicht.
  • Achten Sie auf eine vitaminreiche Ernährung und ausreichend viel Schlaf.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Zigaretten. Meiden Sie auch Räume, in denen geraucht wird.
  • Trinken Sie ausreichend (mindestens 2 Liter am Tag).
  • Tragen Sie beim Baden im Chlorwasser eine Schwimmbrille.
  • Achten Sie bei der Bildschirmarbeit auf ausreichende Pausen, damit sich die Augen immer wieder erholen können, benetzen Sie nach oder blinzeln Sie ab und zu bewusst.
  • Kontaktlinsenträger sollten ihre Kontaktlinsen regelmäßig mit entsprechenden Produkten nachbenetzen und Tragepausen einhalten.
  • Achten Sie bei der Wahl Ihrer Kosmetikprodukte auf reizarme Kosmetik. Bereits Hautfett, aber auch Kosmetika, können den Tränenfilm irritieren. Konsequente Lidreinigung, ggf. mit speziellen Präparaten, ist deshalb besonders wichtig.
  • Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig beim Augenarzt untersuchen.

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