HRT III / GDx
HRT III: Lasertomografie des Sehnervenkopfes
GDx: Laserpolarimetrie der Nervenfaserschicht der Netzhaut
Was wird untersucht?
Die beiden Untersuchungen erfassen mit unterschiedlichen Techniken das dreidimensionale Höhenprofil des Sehnervenkopfes und die Dicke der Nervenfaserschicht der Netzhaut in der Umgebung des Sehnervenkopfes. Die beiden Methoden sind als sich einander ergänzend anzusehen.
Wozu dient die Untersuchung?
Beim Grünen Star (Glaukom) gehen durch den zu hohen Augendruck schleichend kontinuierlich Sehnervenfasern zugrunde, welche nicht nachgebildet werden. Glücklicherweise sind wir mit einem Überschuss an diesen Fasern ausgestattet, sodass erste Schäden in Form von Gesichtsfeldausfällen erst messbar werden, wenn mehr als die Hälfte der Sehnervenfasern zugrunde gegangen ist. Darin liegt aber auch eine große Gefahr: Erste Ausfälle im Gesichtsfeld bedeuten einen schon weit fortgeschrittenen Sehnervschaden. Die beiden genannten Untersuchungsmethoden können schon weit vor dem Auftreten messbarer Gesichtsfeldausfälle erfassen, ob der Sehnerv stabil bleibt oder ob Fasern absterben und deshalb z. B. eine stärkere Drucksenkung erforderlich ist. Neben der Früherkennung eines Sehnervschadens liegen die Vorteile dieser Untersuchungsmethoden in ihrer Objektivität und in der Verlaufskontrolle über längere Zeit. Sie ersetzen nicht die ärztliche Beurteilung und Erfahrung, stellen sie aber auf eine besonders genaue, reproduzierbare und objektive Grundlage.
Für wen und wann empfiehlt sich die Untersuchung?
Diese Untersuchungen haben ihren größten Wert für die Verlaufskontrolle bei frühen Glaukomerkrankungen sowie zur Diagnosesicherung im Zweifelsfall. Beide Untersuchungen ergänzen einander teilweise, teilweise überlappen sich ihre Aussagen. Deshalb entscheiden wir zusammen mit Ihnen, welche der beiden Untersuchungen in Ihrem individuellen Fall zu welchem Zeitpunkt sinnvoll ist, bzw. ob und ggf. wann eine Kombination der beiden Untersuchungen ratsam ist.
Diese Untersuchung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Welche Alternative ist Kassenleistung?
Die Untersuchung des Sehnervs erfolgt üblicherweise, indem der Augenarzt ihn mit dem Augenspiegel betrachtet und ihn nach Färbung, Kontur, Durchmesser und Aushöhlung auf der Grundlage seiner Erfahrung subjektiv beurteilt. Der Augenarzt hält den Befund in einer verbalen Beschreibung oder einer Skizze fest. Ein erfahrener Augenarzt hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, einen Sehnervschaden zu entdecken. Die Grenze der inspektorischen Untersuchung liegt bei den Zweifelsfällen und in der Entdeckung relativ geringer Veränderungen über die Zeit. Hier sind die genannten Untersuchungsmethoden eine wertvolle, oft entscheidende Hilfe.